Drehbuchschreiben mit Trelby

Drehbuchschreiben auf OpenSource

Wie oft gibt es für manches nicht nur eine Möglichkeit etwas zu erledigen, sondern mehrere. Im Softwarebereich stoßt man da oft auf Open Source Programme, die als freie und gemeinschaftliche Projekte entwickelt werden.

Eines davon ist Trelby, das kurz gesagt eine Alternative ist für jegliche Programme zum Drehbuchschreiben, sowie befriedigen diese auch den Open Source Gedanken – und ist natürlich frei und kostenlos erhältlich. Dies möchte ich nun kurz vorstellen.

Erster Kontakt

Suchen und downloaden (link ganz unten) geht sehr schnell, es hat auch nur wenige Megabyte und wie man etwas installiert, werde ich hier nicht breit treten. Aber es fällt auf, dass Trelby zwar Multiplattform fähig ist, aber nur Windows und Linux/Ubuntu unterstützt. Das wird sicherlich viele Kollegen stören, da man im Medienbereich ja sehr oft auf MacOS arbeitet. Auf der Homepage wird darauf hingewiesen, dass „es Open Source ist und sich jemand gerne darum kümmern kann…“. Soweit, so gut. Leider kenne ich kaum jemanden der Interesse an dem Programm hat und programmieren kann.

Beim ersten Öffnen sieht man eine schlichte – oder sagen wir – „fokussierte“ Oberfläche. Aber das ist meiner Meinung nach gut so, denn beim Drehbuchschreiben geht es ums Schreiben, nicht um das Programm. Auch wenn es in dem Artikel hier genau andersrum ist.

Der fliederfarbige Cursor wartet nur auf eine Eingabe. Also legt man los, tippt ein paar Zeilen. Wie nicht anders zu erwarten, läuft das sehr gut von der Hand, man kann beinahe alles mit Enter und dem Tabulator erledigen, wenn man von einer Aktion in einen Dialog (Action –> Character) oder umgekehrt springt.

Das erste mal Suchen war, als ich eine neue Szene anfangen wollte. Da empfiehlt es sich nämlich Tastatur-Shortcuts (ALT + S) zu lernen, oder die rechte Maustaste zu nutzen. Und allein mit diesen Funktionen kommt man zur Not schon durch ein komplettes Skript. Weitere Shortcuts sind recht leicht zu merken, sie haben meist den Buchstaben, der die Funktion beschreibt:

  • ALT + B = Break/Pause
  • A = Aktion, C = Charakter
  • D = Dialog, N = Note/Notiz
  • P = Parenthetical/Eingeklammert
  • S = Szene
  • T = Transition/Übergang

Was wozu genutzt wird, bitte ich anderweitig nachzuschlagen. Aber das ist nicht alles, was man damit tun kann.

Weiter Funktionen

Lustig ist als Beispiel die Namens-Datenbank, mit 200.000 Namen aus allen möglichen Ländern. So findet man die Russische Chernka, oder den Schwedischen Jochanan – nette Inspiration und Input für Schreiberlinge.

Weiters kann die „Compare scripts“ Funktion manchmal praktisch sein, wenn man verschiedene Versionen von Scripts abgleichen will o.Ä.

Um in die Produktion zu gehen, sind Statistiken und Szenen Reporte praktisch, man kann dies nach Szenen und auch nach Charakter auflisten, um sofort zu sehen welche Szenen wie viele Seiten haben und wer in der Szene spricht, sowie andersherum – man sieht welcher Charakter in welchen Szenen spricht. Weiters kann man das von Lokalisationen und Dialogen erstellen lassen.

Auch praktisch finde ich die Funktion, dass man das Skript in verschiedenen Größen und Formatierungen ansehen kann.

Mit F11 ist auch ein Sprung in den Fullscreen möglich, um sich von nichts mehr ablenken zu lassen.

Importieren kann man auch aus verschiedenen anderen Drehbuchprogrammen.

Raus damit

Wie bereits erwähnt kann man verschiedene Reporte exportieren, aber natürlich wollen wir am Ende ein PDF erhalten, welches man weitersenden und drucken kann.

Als erstes muss man aber die „Title Page“ umändern, damit auch der richtige Titel, sowie der/die richtige Autor/in am Titelblatt steht. Auch das ist sehr simpel gehalten und schnell erledigt.

Ein klick auf „Print (via PDF)“ exportiert sehr schnell ein PDF mit dem kompletten Script.

Fazit

Ein Drehbuch zu schreiben ist nicht leicht, also sollte man sich in Sachen Werkzeug gleich etwas suchen, dass einem einfachen Texteditor voraus ist. Nicht nur dass alles sofort richtig formatiert ist (vorausgesetzt man hält sich an die Eingaberegeln), sondern man hat gleich eine vernünftige Formatierung sowie natürlich darf man den Geschwindigkeitsvorteil nicht unterschätzen, da vieles intuitiv und mit einem Tastendruck erledigt ist.

Das Exportieren als PDF und die Reporte sind hier ein gewisser Standard, den man nicht mehr missen möchte.

Also bleibt nur noch die Frage: Wieso nicht gleich Trelby verwenden? Oder auch Celtx (teils kostenpflichtig)? Hauptsache man kommt von den Textverarbeitungsprogrammen weg. Außerdem macht es gleich doppelten Spaß, wenn ein neues Projekt gleich ordentlich nach Drehbuch aussieht.


Links

Trelby Website: http://www.trelby.org/

Open Source: https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source

Stefan Eduard Krenn

Stefan Eduard Krenn

Er wurde in Wolfsberg/Kärnten geboren, lebt und arbeitet seit 2010 in Wien. Ausbildung hat er als Filmemacher, Regisseur, Dramaturg und Schauspieler, einen technischen Hintergrund durch eine vorgegangene Ausbildung zum Telekom.- & EDV Techniker. Speziell die Kombination aus Kreativität & Technik macht viele seiner Arbeiten aus, welche Spielfilme, Kurzfilme, Werbungen und weiteren Projekten beinhaltet. Weiteres auf stefaneduardkrenn.com

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