Celtx – Produktionen planen

Planen von Produktionen mit Celtx, nach dem Drehbuchschreiben

Dieser Artikel bezieht sich direkt auf den Teil 1 und dieser sollte zuvor gelesen werden, wenn man sich mit Celtx noch nicht auskennt: Celtx – Drehbuch schreiben

Ab in die Produktion

Auf der linken Seite des Programms kann man unter „Hauptkatalog“ bereits zwei Einträge finden: Maria und den Gemüsehändler. Diese werden erstellt, sobald man diese als Rolle einen Dialog sprechen lässt. Wenn man einen der beiden anklickt, erkennt man sogleich, dass es darunter eine komplette Zusammenfassung der Rolle gibt, was sehr hilfreich sein kann. So sind die Informationen zum Schauspieler und zur Rolle einfach hier eintragbar, außerdem kann man eine Szenenübersicht erstellen, wo nur die Szenen aufgelistet werden, wo der Schauspieler auch drinnen ist. Aber Vorsicht: Das funktioniert nur dann automatisch, solange der Schauspieler etwas redet – also Dialog hat. Wenn nicht, muss man ihn in der Szene als diese Rolle markieren. Und das geht wiederum so: Man markiert bei unserem Drehbuch das erste Wort „Maria“ – auch hier darauf achten, dass man nicht noch ein Leerzeichen nach dem Wort markiert, denn das passiert mit in Windows immer wieder. Auf der rechten Seite von Celtx gibt es die Möglichkeit „Notizen“ und „Daten“ anzuhängen, aber auch „Aufgliederungen“ zu machen.

Celtx-3So wählt man hier also „Rolle“ aus und wenn man auf „Hinzufügen“ klickt, erstellt er sogleich eine zweite Maria. Einmal MARIA und einmal Maria. Also was nun? Ganz einfach: Bevor man die Rolle hinzufügt, schreibt man den Namen im Drehbuch auch durchgehend groß, dann fügt er ihn zur schon vorhandenen Rolle hinzu. Die „Maria“ kann man also wieder durch einen Klick auf „Entfernen“ löschen.

Und wie manche sicherlich schon erraten haben, ist das auch die Möglichkeit, das Drehbuch komplett in die einzelnen Bausteine runter zu brechen. Das bedeutet „Rollen“, „Stunts“, „Requisiten“ – alles was wir hier in der Liste nebenan finden können.

Natürlich füge ich gleich ganz brav die „Radieschen“ und die „Tomaten“ als Ausstattung (auch Szenenbild, nicht zu verwechseln mit Kostüm und sobald man damit hantiert auch wiederum Requisite genannt) hinzu – zwar gibt es auch die Kategorie „Pflanzen“, ich hoffe aber es ist selbstredend, warum das die falsche Kategorie ist.

Man kann noch den Gemüsestand als „Aufbauten“, das Gewand jedes einzelnen als „Ausstattung“ und alles rundherum als „Fahrzeuge“, „Statist“ und was weiß ich deklarieren – das ist einem aber selber überlassen, wie sehr man das verfolgen möchte. Rollen bekommen meistens eh ein vordefiniertes Gewand, Sets werden auch einzeln durchgestylt – aber man darf auch nicht die Möglichkeit vergessen, dass als Beispiel der Requisiteur oder die Ausstattung her gehen kann und sich mit Hilfe von Celtx das Drehbuch so abändert, dass sie in jede Szene alles hineinschreiben was sie brauchen werden, dieses dann als Requisiten oder als Ausstattung markieren und schon haben sie ihren eigenen Drehplan und wissen, was sie in jeder Szene brauchen werden.


Kataloge

Wir haben ja bereits einen „Hauptkatalog“ auf der linken Seite, was aber bereits jetzt erkennbar ist, ist, dass wenn man ein 120 Seiten langes Skript hat, dieses mit Rollen und Austattung, Requisiten und was weiß ich noch alles füttert, hier eine unüberblickbare Liste entstehen wird. Was machen wir also? Mehrere Kataloge!

Auf der linken Seite unter „Projekt Bibliothek“ gibt es unter dieser Überschrift ein „+“ Zeichen, welches (wenn man es klickt) die Möglichkeit gibt, „Katalog“ und daneben als Beispiel „Ausstattung“ anzuklicken. Und schon listet er nur mehr „Radieschen“ und „Tomaten“ auf – oben kann man den Katalog auch noch exportieren oder natürlich auch direkt ausdrucken. Ansich eine gute Sache, auch wenn mir die Möglichkeit die Kataloge nach Szenen zu reihen fehlt. Aber es geht auch anders!

Wenn man zurück ins Drehbuch geht, kann man unten bei den „Reitern“ wiederum auf „Berichte“ gehen. Dort gibt es die Möglichkeit, jede einzelne Szene in die Bestandteile zu zerreisen. Links unten in Celtx gibt es das kleine Fenster „Berichte“. Dort kann man mit Hilfe der „Szenengliederung“ seine Szene, die Abteilung und den Eintrag – wenn also alles schön markiert wurde – schnell jeder Abteilung einen Überblick geben, was in den einzelnen Szenen benötigt wird.


Der Drehplan

Zum Schluss möchte ich noch die Möglichkeit der Drehplanung ins Licht stellen. Wieder links in Cetlx unter „Projekt Bibliothek“ und dem „+“ kann man einen Drehplan erstellen. Dieser sieht im Grunde aus wie ein Kalender und ist auch einer. Mit einigen Erweiterungen! Zuerst gibt es die Möglichkeit mal den Drehbeginn und das Drehende einzustellen, dann auch Tage zu markieren die frei sind oder an denen man unterwegs ist. Das wahre Highlight dabei ist aber die Drehplanung an sich – denn man hat oben eine komplette Übersicht aller Szenen, die im Drehbuch vorkommen.

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Man wechselt in die Wochenansicht und zieht die einzelnen Szenen, in den entsprechenden Tag. Und gleich ein Tipp: Bevor ihr wie ich wahnsinnig werdet, da die Handhabung des Kalenders eine Katastrophe ist, empfehle ich die genauen Uhrzeiten der Szenen mit einem Doppelklick auf die Szene und dann in den Einstellungen zu ändern. Mit der Maus ziehen und löschen und so weiter und so fort ist wirklich keine schön umgesetzte Sache, aber wenn man es durchzieht und die Beschränkungen akzeptiert, dann hat man oben einen grünen Haken, wenn die Szene eingeplant wurde und so auch die Gewissheit, dass man auch nichts vergessen hat. Wenn man 50 oder 100 Szenen hat, versteht man, was ich meine.

Unten beim Drehplan kann man dann wieder auf den „Berichte“ Reiter gehen, der einem die einzelnen Tage, bis hin zu Dispositionen ausgeben kann – wobei letzteres wirklich nur dann funktioniert, wenn man einfach alles in das Drehbuch einarbeitet. Jedoch hat sich bei mir der Drehplan, die Wochenansicht und der Kurzdrehplan als gute Helfer herauskristallisiert.


Abschluss

Fazit oder ähnliches möchte ich gar nicht geben, denn es ist klar, dass es sich hier um einen Helfer handelt, der einem das Leben um einiges erleichtern kann. Voraussetzung ist, dass man sich auch darauf einlässt.

Aber auch das reine Drehbuchschreiben wird durch Celtx schon um einiges leichter und man hebt sich auf einen Standard, der fast überall seine Gültigkeit hat – auch wenn es kein offizieller Standard ist.

Noch sollte gesagt werden, dass ich nur einen schnellen Einblick in das Programm gegeben habe – selber nachdenken, probieren und basteln sollte natürlich drinnen sein, um wirklich gut damit arbeiten zu können. Weitere Funktionen wie Notizen, Karteikarten, Szenendetails, Storyboard, Cloud Anbindung, Online-Schreiben, Mobile-Apps’s und noch mehr gibt es zu entdecken und zu nutzen – manches davon kostet dann aber auch etwas.

Ziel von Celtx ist es natürlich, einem die Arbeitsweise schmackhaft zu machen, damit man irgendwann um etwa 10 oder 20 Dollar/Monat ins Celtx Studio einsteigt. Für mich ist das aber ein rundum faires Paket, dass sich durch gute Nutzbarkeit und Handhabung auszeichnet – auch wenn manches noch nicht ideal ist – aber man einfach merkt, dass man die Filmindustrie im Hinterkopf und somit auch darauf abgestimmt hat.

Lesen Sie im ersten Teil, wie man mit Celtx Drehbücher schreibt:  Celtx – Drehbuch schreiben


Weiteres unter: https://www.celtx.com/

Stefan Eduard Krenn

Stefan Eduard Krenn

Er wurde in Wolfsberg/Kärnten geboren, lebt und arbeitet seit 2010 in Wien. Ausbildung hat er als Filmemacher, Regisseur, Dramaturg und Schauspieler, einen technischen Hintergrund durch eine vorgegangene Ausbildung zum Telekom.- & EDV Techniker. Speziell die Kombination aus Kreativität & Technik macht viele seiner Arbeiten aus, welche Spielfilme, Kurzfilme, Werbungen und weiteren Projekten beinhaltet. Weiteres auf stefaneduardkrenn.com

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